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"Wir verstummen nicht" - Leben und Werk der emigrierten Schriftstellerin, Tänzerin und Politikerin Jo Mihaly (1902-1989) Vortrag und Lesung von Thomas B. Schumann, Hürth, mit anschließender Diskussion

Datum: 27.05.2020 19:00 Uhr
Ort: Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus", Cranger Straße 323, 45891 Gelsenkirchen

Jo Mihaly zählt zu den vielseitigsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik, des antifaschistischen Exils und der frühen Nachkriegszeit. "Die Zeit" nannte sie "eine der großen Frauen des 20. Jahrhunderts". Sie wurde 1902 in Schneidemühl/Westpreußen als Elfriede Alice Kuhr geboren. In den 1920er Jahren entwickelte sie eine eigene Form sozialkritischer "epischer Tänze". 1933 musste sie mit ihrem Mann, dem jüdischen Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel, in die Schweiz emigrieren. Dort verschaffte sie als Präsidentin der "Kulturgemeinschaft der Emigranten" später berühmt gewordenen Künstlern erste Auftrittsmöglichkeiten und redigierte die Exil-Zeitschrift "Über die Grenzen". 1942 erschien ihr Roman "Hüter des Bruders" und 1945 der Gedichtband "Wir verstummen nicht" (zusammen mit Stephan Hermelin).

Nach dem Krieg wirkte Jo Mihaly im Stadtparlament von Frankfurt/M. und als Gründerin der "Freien deutschen Kulturgemeinschaft" beim politischen und kulturellen Wideraufbau mit, bis sie sich 1949 ins Tessin zurückzog, wo sie sich bis zu ihrem Tod 1989 ihrem literarischen Schaffen widmete.    

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