Inhalt

27.04. bis 12.08.2012: Ausstellung "Keramik in jüdisch-traditionellem Kontext"

Rachel Kohns Werk wird zum ersten Mal in Essen präsentiert. Hier sind insbesondere ihre Arbeiten mit Bezug zur jüdischen Tradition zu sehen, die im kreativen Dialog mit Exponaten der ALTEN SYNAGOGE hergestellt wurden.

Die Ausstellung ist bis zum 12.08.2012, dienstags - sonntags, 10:00 - 18:00 Uhr, zu besuchen.

14.06.2012, 19:30 Uhr: In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel

Lesung von Andrea von Treuenfeld, Hamburg

Sie waren kleine Mädchen oder junge Frauen, als sie aus dem Deutschland der 1930er Jahre fliehen mussten. Man nahm ihnen ihre Familie, ihre Heimat, ihre Würde. Und als sie in Palästina ankamen, wurden sie dort als „Jeckes“ abgelehnt. Denn ihre Einwanderung war nur selten zionistisch motiviert, sie verfügten nicht über eine für den Aufbau des Landes so wichtige landwirtschaftliche Ausbildung und sie brachten die verhasste Sprache der nationalsozialistischen Mörder mit. Dennoch prägten die „Jeckes“ wie keine andere Einwanderungsgruppe das Land. Nur über ihre persönlichen Verluste sprachen sie nie. Doch jetzt, im Alter, kommen die Erinnerungen an Verdrängtes zurück.

Zum ersten Mal berichten 16 dieser ehemals behüteten Töchter des deutschen Bürgertums, wie sie nach ihrer Ankunft im Heiligen Land als Putzfrau arbeiten mussten oder Diplomatin wurden, wie sie Kibbuzim aufbauten oder in Jerusalems Orthodoxen-Viertel wohnten, wie sie die Staatsgründung erlebten oder in Kriegs- und Intifada-Zeiten Söhne und Enkel beerdigten.

Andrea von Treuenfeld hat ihre Geschichten aufgeschrieben und liest aus ihrem Buch „In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel. Geflohen Frauen erzählen ihr Leben“.

24.05.2012, 19:00 Uhr: Über den Wiederaufbau jüdischen Lebens in NRW nach 1945

Vortrag von Herbert Rubinstein, Düsseldorf

1945 sammelte sich eine kleine Gruppe Überlebender in Deutschland. Jüdische Staatenlose wanderten aus Osteuropa zu, da es dort sogar nach 1945 Verfolgungen gab (etwa im polnischen Kielee 1946). In Düsseldorf wurde schon 1945 die kleine Jüdische Gemeinde und der Landesverband Nordrhein neu gegründet. Juden unterschiedlichster Herkunft mussten sich zusammenfinden. Düsseldorf war eine wichtige Gemeinde für ganz Westdeutschland, hier befand sich zwischen 1951 und 1985 der Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland, hier wurde die Allgemeine Jüdische Wochenzeitung bis 1973 von Karl Marx herausgegeben: Wie gestaltete sich dieser Wiederaufbau? Wie lange saß man auf „gepackten Koffern“? Was ist der Beitrag der relativ großen Zuwanderung aus der GUS seit 1990? Wie sieht die Zukunft jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen aus (30 000 Mitglieder in 19 Gemeinden)?