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Der "Weg der Befreiung" wurde eingeweiht Erinnerung an die "Aktion Rheinland" und das Kriegsende in Düsseldorf vor 66 Jahren

Verfasst am 18. April 2011

Im April 1945 wagte es eine Gruppe von Männern in einer militärisch völlig ausweglosen Situation, mit den amerikanischen Soldaten zu verhandeln, die Düsseldorf bereits vollständig eingekesselt hatten. Ihr Ziel war es, die Stadt und die dort noch lebende Zivilbevölkerung vor einem letzten Bombardement der Alliierten zu bewahren. Die Männer nannten diese Widerstandshandlung "Aktion Rheinland". Den Weg, den sie zu den US-Truppen nahmen, führte sie bis nach Mettmann. Er ist nun Grundlage für einen historischen Pfad, der die dramatische Geschichte der letzten Kriegstage veranschaulicht: den "Weg der Befreiung".

Mit diesem Weg erinnert die Landeshauptstadt Düsseldorf an die Befreiung vom NS-Regime am 17. April 1945 und an das Ende des Zweiten Weltkriegs im Westen Deutschlands. Das Projekt wurde von der Bezirksvertretung 7 initiiert und von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf realisiert.

In einer Gedenkstunde am Sonntag, 17. April, im Polizeipräsidium am Jürgensplatz erinnerten die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Polizei Düsseldorf gemeinsam an die "Aktion Rheinland" vor 66 Jahren. Oberbürgermeister Dirk Elbers und Polizeidirektor Harald Wilke enthüllten im Anschluss an die Gedenkstunde eine Stele vor dem Präsidium und eröffneten damit den "Weg der Befreiung". Schülerinnen und Schüler des Franz-Jürgens-Berufskollegs äußerten eigene Gedanken zum Kriegsende, zu Mut und Zivilcourage. Das Jugendsymphonieorchester der Tonhalle Düsseldorf gestaltete den musikalischen Rahmen. Eingeladen waren auch Söhne, Töchter und Enkelkinder der damaligen Widerstandskämpfer.

Der „Weg der Befreiung“ führt vom Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk bis zum Rathaus in Mettmann. Auf sechs Erinnerungsstelen erzählen Texte in deutscher und englischer Sprache die Geschichte jener Düsseldorfer Bürger, die damals selbstlos und mutig handelten. Zwei von ihnen, der Gerresheimer Architekt Aloys Odenthal und der Jurist Dr. Karl August Wiedenhofen, gingen diesen Weg, um unter Lebensgefahr mit den US-Truppen zu verhandeln, die in Mettmann ein provisorisches Feldquartier bezogen hatten. An den sechs Stationen erlebten sie die letzten Stunden des Krieges: In Gerresheim etwa verabschiedete sich Odenthal von seiner Frau, in Hubbelrath machten die beiden Männer halt in einem Pfarrhaus, in Mettmann versuchten sie schließlich, die amerikanischen Soldaten von einer kampflosen Übernahme Düsseldorfs zu überzeugen. Sie waren erfolgreich: Ein weiterer Bombenangriff der Amerikaner konnte in letzter Minute verhindert, unsinniges Blutvergießen gerade noch abgewandt werden.

Fünf Gruppenmitglieder - neben dem Kommandanten der Schutzpolizei Franz Jürgens auch der Bauunternehmer Theodor Andresen, der Student Hermann Weill, der Malermeister Karl Kleppe und der Ingenieur Josef Knab - bezahlten ihren Mut allerdings mit dem Tod durch Hinrichtung. Wenige Stunden, bevor die US-Soldaten Düsseldorf vom Nationalsozialismus befreiten, war ihre Aktion verraten worden. Sie wurden noch am Abend des 16. April 1945 in hektisch einberufenen Standgerichten wegen „Kriegsverrat“ verurteilt und sofort erschossen. Sie waren die letzten Opfer des NS-Regimes in Düsseldorf.

Zum „Weg der Befreiung“ gibt es ab sofort eine Informationsbroschüre, die bei der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 6, kostenlos angefordert oder abgeholt werden kann. Telefon: (0049)-(0)211-89-96205.

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