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Deportationen aus Düsseldorf vor 70 Jahren Oberbürgermeister weihte den Gedenkort auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände in Derendorf ein

Verfasst am 23. April 2012

In einer bewegenden Gedenkveranstaltung, bei der rund 250 Besucher anwesend waren, hat Oberbürgermeister Dirk Elbers am 22. April 2012 auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Derendorf (Toulouser Allee/Ecke Marc-Chagall-Straße, an der Brücke Jülicher Straße) ein zentrales Mahnmal der Landeshauptstadt zum Gedenken an die Deportationen vor 70 Jahren der Öffentlichkeit übergeben.

In seinen Worten des Gedenkens erinnerte der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Oded Horowitz, auch an die Aktualität des Judenhasses. Jugendliche aus der Jüdischen Gemeinde lasen aus erschütternden Briefen und Berichten damaliger Überlebender, die in der Sammlung der Mahn- und Gedenkstätte aufbewahrt werden. Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky sprach ein Trauergebet.

In den Boden eingelassene Eisenbahnschwellen, Schienenstränge und eine rund 40 Meter lange Stahlwand mit den Namen der Zielorte Litzmannstadt, Minsk, Riga, Theresienstadt, Izbica und Auschwitz, sowie eine Informationsstele bilden am historisch-authentischen Ort ein Ensemble des Gedenkens. Es erinnert an die Deportationen zwischen 1941 und 1945 und an die jüdischen Menschen, die ihnen zum Opfer fielen. In den Abend- und Nachtstunden wird das Mahnmal beleuchtet.

Der Text auf der Informationsstele unterrichtet über die historischen Hintergründe: Zwischen Oktober 1941 und Januar 1945 wurden vom damaligen Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf mehr als 6.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Düsseldorf und der umliegenden Region in nationalsozialistische Ghettos und Vernichtungslager deportiert. Betroffen waren jüdische Bewohner aller Städte und Landkreise des Düsseldorfer Regierungsbezirks. Die meisten von ihnen wurden ermordet oder starben an den Lebens- und Arbeitsbedingungen.

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