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Erinnerungsort Alter Schlachthof. Ausstellungskatalog / Alter Schlachthof Memorial Centre. Exhibition Catalogue. Herausgegeben von der Hochschule Düsseldorf

Verfasser:
Joachim Schröder u.a.
Verlag:
Düsseldorf: Droste
Erscheinungsjahr:
2019
ISBN:
ISBN 978-3-7700-6034-4
Preis:
20,00 €

Der Ausstellungskatalog dokumentiert alle wesentlichen Texte der Dauerausstellung. Erzählt wird die Geschichte des historischen Ortes, vor allem vom Ausschluss der jüdischen Bevölkerung aus der Mehrheitsgesellschaft, von ihrer folgenden Verschleppung und Ermordung in den Ghettos und Lagern im deutsch besetzten Osteuropa. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die von hier verschleppt wurden, aber nicht nur. Berichtet wird auch von gelungenen und misslungenen Fluchten, vom Untertauchen in die Illegalität, vom Verstecken und Überleben. Und auch solche Menschen werden vorgestellt, die die Deportationen organisierten oder zumindest unterstützten, vom Gestapobeamten zum Finanzinspektor, der das „jüdische Eigentum“ im Staatsauftrag verwertete. Die Shoah, so wird gezeigt, war ein arbeitsteiliger Prozess, der ohne die tätige Mithilfe zahlreicher Behörden und Menschen niemals hätte stattfinden können. Nach dem Krieg schob jeder die Verantwortung von sich und gab vor, nicht gewusst zu haben, was mit den Verschleppten passierte. Wie Rassismus und Antisemitismus nach 1945 weiterlebten und bis heute virulent blieben, wird ebenfalls thematisiert.

Der Katalog ist mit zahlreichen Abbildungen versehen, gestaltet wurde er von Sugata Tyler, der an der HSD Design studierte. Wie die Dauerausstellung ist auch der Katalog bewusst in deutscher und englischer Sprache verfasst. Er soll von möglichst vielen Menschen gelesen werden, insbesondere von Nachfahren und Familienangehörige der Menschen, die hier aus deportiert wurden. Sie leben heute in der ganzen Welt verstreut. Die Übersetzung lieferte die Engländerin Marion Koebner, die damit zugleich ihren Großeltern ein Denkmal setzte: dies waren Lilli und Dr. Siegfried Klein, der letzte Rabbiner in Düsseldorf, beide wurden im Oktober 1941 in das Ghetto Lodz deportiert und überlebten die Shoah nicht.