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Zu Gast an Orten der Erinnerung Förderverein der ehemaligen Synagoge besuchte drei Tage lang Berlin / Holocaustgedenkstätte und "Stasi-Museum"

Verfasst am 09. Oktober 2007

Die Fahrt des Fördervereins der ehemaligen Synagoge führte die zehn Teilnehmer erneut für drei Tage nach Berlin, um neue interessante Orte zu erkunden. Am ersten Tag wurde die Holocaustgedenkstätte mit ihrem „Ort der Informationen“ besichtigt, nachdem bei der Berlinreise der Vereinsmitglieder im Jahre 2002 nur die Vorarbeiten für das Stelenfeld zu sehen gewesen waren. „Den stärksten Eindruck bei den Teilnehmern der Reisegruppe hinterließ die Ausstellung unter dem Stelenfeld. Die in den verschiedenen Räumen dokumentierten Einzelschicksale der ermordeten Juden, ganzer Familien und die Selbstzeugnisse jüdischer Männer, Frauen und Kinder aus der Zeit der Verfolgung lösten bei den Ausstellungsbesuchern tiefe Betroffenheit aus. Leider reichte die Zeit nicht aus, um die im „Raum der Namen“ bereitgestellte Namensdatenbank der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem für individuelle Recherchen zu nutzen“, blickt der Förderverein auf die Reise zurück.

Trotz des Verkehrschaos` erreichte die Gruppe, wenn auch mit Verspätung, einen weiteren interessanten Erinnerungsort in Berlin-Lichtenberg. Das durch private Initiative gegründete Stasi-Museum im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit in der Normannenstraße ist heute Forschungs- und Gedenkstätte. Unter der sachkundigen Führung eines ehemaligen Häftlings besichtigten dieVereinsmitglieder die weitgehend im Originalzustand erhaltenen Amtsräume des berüchtigten zweitmächtigsten Mannes der ehemaligen DDR, Erich Mielke. „Kaum vorstellbar, dass in dieser Machtzentrale einmal 15 000 Menschen für die Staatssicherheit tätig waren. Darüber hinaus wurde die Arbeit von Tausenden Stasi-Mitarbeitern im gesamten DDR-Staatsgebiet von hier aus gesteuert“, erfuhr die Drensteinfurter Gruppe. Ehemalige Mitarbeiter des Berliner Bürgerkomitees, frühere Häftlinge und andere Interessierte hatten 1990 einen Verein gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, an diesem historischen Ort über die SED-Diktatur zu informieren und zur kritischen Auseinandersetzung anzuregen.

Auf dem Programm der Reisegruppe standen außerdem ein Besuch des Reichstages, der Museumsinsel und eine touristische Spreerundfahrt.

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