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Unverfälschte Kunst in der Synagoge Ausstellung "Art brut" mit 20 Bildern aus dem Kunsthaus Kannen wurde eröffnet

Verfasst am 12. Februar 2007

Unverfälschte Kunst in der Synagoge

Ausstellung „Art brut“ mit 20 Bildern aus dem Kunsthaus Kannen wurde eröffnet

-spe- Drensteinfurt. „Art brut“ – dieser Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „rohe, unverfälschte Kunst“ oder „edel herbe Kunst“. Es ist auch der Titel der Ausstellung, die gestern in der ehemaligen Synagoge eröffnet wurde. Die Ausstellung zeigt insgesamt 20 Bilder der Künstler Paul Berger, Wolfgang Brandl und Jürgen Essing, die alle im Haus Kannen leben und arbeiten. Die Bilder stammen aus der Sammlung des Kunsthauses Kannen.

„In der ehemaligen Synagoge gibt es immer außergewöhnliche Ausstellungen mit ausdrucksstarken Bildern – so wie auch heute“, begrüßte Bürgermeister Paul Berlage die Besucher. „In der Kunstwelt haben die Werke behinderter Künstler einen ganz besonderen Stellenwert“, betonte er.

Dr. Kurt Omland, Vorsitzender des Fördervereins Alte Synagoge, sagte: „Mit dieser Ausstellung wollen wir auf die verdienstvolle Arbeit des Hauses Kannen hinweisen.“ In den Werkstätten und Ateliers des Kunsthauses würden künstlerisch talentierte Patienten durch Kunsttherapeuten angeleitet und gefördert. Jeder der drei vorgestellten Künstler habe dadurch einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt. Omland wies auch auf die Parallelen zwischen dem Schicksal der jüdischen Gemeinde und dem der Insassen des Hauses Kannen im Dritten Reich hin.

Christa Heistermann führte in die Ausstellung ein. „Die drei Künstler zeichnen sich durch ganz unterschiedliche Bildaussagen aus“, sagte. Sie unterstrich die Spontaneität, mit der die behinderten Künstler ihre Werke unreflektiert gestalten, und stellte die Bilder dem kunstinteressierten Publikum im Detail vor.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 25. Februar, zu sehen. Geöffnet ist sie jeweils samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Am Sonntag, 25. Februar, klingt sie um 17 Uhr mit einem Improvisationskonzert in der ehemaligen Synagoge aus.

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