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Talent und Tragik Literarischer Liederabend in der Synagoge

Verfasst am 20. November 2011

Drensteinfurt 73 Jahre danach wird am 9. November immer noch in mahnender Erinnerung an den Beginn der deutschlandweiten Novemberpogrome und seiner Opfer gedacht. Aus diesem Anlass lud der Förderverein Alte Synagoge am Mittwoch zu einem literarischen Liederabend ein.

Unter dem Titel „Chanson am Montag“ präsentierten die Musiker Günter Gall und Konstantin Vassiliev in selbst komponierten Liedern Prosa und Lyrik der Schriftstellerin Mascha Kaléko. Die jüdische Autorin musste 1938 als verfemte Dichterin mit ihrer Familie nach New York fliehen. Der tragischen Lebensgeschichte wurde das Musiker-Duo gekonnt mit einer großen Spannbreite von Klassik über Folk bis hin zu verträumten Chansons gerecht. Die gelungene Mischung aus Gedicht-Rezitationen, ruhig vorgelesenen Tagebucheinträgen Kalékos und leidenschaftlich vertonter Prosa fesselte die Aufmerksamkeit der mehr als 30 Zuhörer. Die indirekte Beleuchtung in der ehemaligen Synagoge entwickelte zusammen mit der schicksalhaften Geschichte der jüdischen Schriftstellerin eine ganz eigene Dynamik und löste im Publikum neben Trauer und Bedauern auch Freude aus: Freude und Anerkennung über die Wiederentdeckung einer so talentierten Literatin. cpl

Quelle: Dreingau-Zeitung

Foto: Puente

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