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Spuren jüdischen Lebens gesucht

Verfasst am 27. Juni 2011

Drensteinfurt - Vom Regen ließen sie sich am Samstagnachmittag nicht abschrecken, die Teilnehmer des Rundgangs zu den Stätten jüdischen Lebens. Im Rahmen des zweiten „Drensteinfurter Kultursommers“ bot der Förderverein „Alte Synagoge“ rund 30 Interessierten einen spannenden Einblick in das Leben jüdischer Familien, die bis zu ihrer Deportation 1941 durch das Nazi-Regime in Stewwert gelebt hatten.

Start der Führung war in der Alten Synagoge, in der Fotos der deportierten jüdischen Familien ausgestellt werden. Unter anderem die Gefallenenurkunde von Gustav Levy sowie Bilder der Familien Salomon und Terhoch sind dort zu finden. Weiter ging es zum Vorplatz der Alten Post. Auch hier wusste Sabine Omland vom Förderverein spannende Geschichten zu erzählen. Das Ehrenmal am Landsbergplatz war das nächste Ziel auf der Erkundungsroute. Dort machte die Gruppe Halt am Gedenkstein für Gustav Levy, der erst 1989 auf Antrag des Fördervereins dort angebracht worden war. Auch das benachbarte, alte Gebäude der Stadtverwaltung stand im Mittelpunkt der Betrachtung. Denn dort war einst der Standort des Wohnhauses von Hubert und Alex Terhoch, die dieses jedoch an das Amt Drensteinfurt verkauften, um die notwendigen Ausreisepapiere für ihre Emigration zu erhalten.

Natürlich durften auch die „Stolpersteine“ der Familien Salomon, Seelig und Terhoch beim Rundgang nicht fehlen. Ein kalter Schauer lief allen Teilnehmern über den Rücken, als Sabine Omland von den Gräueltaten der Pogromnacht erzählte. „Man weiß ja allgemein, was in der Reichspogromnacht geschah, aber dann an so einer Stelle zu stehen und zu wissen, dass genau hier vor 70 Jahren solch schreckliche Dinge passierten - da wird einem schon mulmig“, so eine Teilnehmerin der Veranstaltung.

VON SABRINA RODE, DRENSTEINFURT

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