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Prächtige Barocksynagoge aus dem Jahr 1712 Fahrt des Synagogenvereins nach Halberstadt

Verfasst am 14. Oktober 2008

Drensteinfurt. Die Reisegruppe des Fördervereins Alte Synagoge unternahm eine dreitägige Fahrt nach Halberstadt, in den am Nordrand des Harzes gelegenen alten Bischofssitz.

Nach einem ersten Gang durch das wieder aufgebaute Stadtzentrum Halberstadts, das noch in den letzten Wochen vor dem Ende des zweiten Weltkriegs fast völlig durch Bomben zerstört wurde, besuchte die Gruppe den Stephanus-Dom und besichtigte den Domschatz mit seinen einzigartigen Kostbarkeiten. Besonders beeindruckt waren die Mitglieder des Fördervereins vom bilderreichen Christus-Apostel-Teppich aus dem 12. Jahrhundert. Am nächsten Tag stand eine Führung durch das jüdische Halberstadt auf dem Programm. Höhepunkte waren die Besichtigung des behutsam restaurierten Ritualbades im wilhelminischen Stil, der Besuch des ältesten der drei jüdischen Friedhöfe mit dem Grabdenkmal des bedeutenden Hofjuden Berend Lehmann, der 1712 eine prächtige Barocksynagoge für die jüdische Gemeinde erbauen ließ. Diese wurde beim Reichspogrom am 9. November 1938 fast vollständig von den Nationalsozialisten zerstört. Durch Berend Lehmanns Wirken entwickelte sich die Halberstädter Jüdische Gemeinde zur größten und einflussreichsten Gemeinde in Mitteldeutschland. Ebenfalls von Berend Lehmann wurde die Klaussynagoge als Rabbinerseminar gegründet. Heute ist sie als „Moses Mendelssohn Akademie“ wieder ein Ort des Lehrens und Lernens über die Geschichte, Religion und Kultur des Judentums. Den Abschluss der Fahrt bildete der Besuch der Liebfrauenkirche mit ihren weltberühmten Chorschrankenfiguren.

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