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Musikalische Brücken Dany Bober begeisterte Besucher der Alten Synagoge mit stimmungsvollen Liedern und als charismatischer Erzähler

Verfasst am 29. Januar 2009

Eine jüdische Kulturreise erlebten 32 Besucher am Dienstagabend in der ehemaligen Synagoge in Drensteinfurt. Was als Konzert in Anlehnung an den bundesweiten Gedenktag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau gedacht war, erschien wie ein Treffen mit einem alten Bekannten: Der Musiker Dany Bober entpuppte sich als Universaltalent. Er begeisterte die Anwesenden auf ganz besondere Art und Weise mi in Eigenarbeit vertonten hebräischen Psalmen, verschiedenen jüdischen Volksliedern, geistreichen Anekdoten, kleinen Witzen und amüsanten Nachstellungen historischer Begebenheiten. Die Stimmung war fröhlich und beschwingt, die Erzählungen unbefangen und heiter. Besonders Überzeugend war Bobers Geschichte von der Entstehung des Purimfestes aus dem biblischen Busch Ester. Wann immer während seiner Geschichte der Name des Judenfeindes Haman fiel, war es an den Zuhörern so laut wie nur möglich Lärm zu schlagen. So erfüllten die Synagoge zwischen beschwingten Gitarrenklängen und Bobers ausdruckstarker Stimme zwischenzeitlich Fußgetrappel und wilde Rufe.

Trotz der fremden Sprache, in der Bober sang, und seiner exotisch anmutenden Musik schienen sein ausdrucksstarker Gesang Brücken zu schlagen, die seine Lieder für die Zuhörer verständlich machten. Ein breites Lächeln zeugte von der Freude des Musikers und ließ einige Füße im Publikum zum Klang der ausgelassenen Stücke unwillkürlich im Takt mitschwingen. In den Refrain des melancholischen Stückes „Dos Kälbl“ stimmten einige der Zuhörer leise mit ein und auch sonst nahm die Zuhörerschaft durch lautes Lachen oder unvermittelten Applaus rege am Geschehen teil.

Rückkehr nach Stewwert war ein „alter Traum“. Für den Wiesbadener und „eher liberalen Juden“, der zuletzt 1992 in Drensteinfurt zu Besuch war, erfüllte sich mit dem Besuch der ehemaligen Synagoge ein „alter Traum“. Obwohl die Synagoge seit Jahrzehnten nicht mehr ihre ursprüngliche Funktion hat und heute nur noch als Ort für kulturelle Veranstaltungen und als Denkmal fungiert, verzichtete Bober nicht auf die traditionelle Kopfbedeckung.

Der Kulturabend wurde von der VHS Ahlen in Zusammenarbeit mit der Stadt Drensteinfurt und dem Förderverein Alte Synagoge veranstaltet. cpl

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