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Musik und Märchen

Verfasst am 04. März 2009

Man hätte eine Stecknadel auf den Boden der Alten Synagoge fallen hören können, so still und aufmerksam waren die rund 50 Zuhörer am Sonntag beim Märchenabend und Improvisationkonzert. Aus Anlass der Woche der Brüderlichkeit hatte der Synagogenverein Drensteinfurt zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung eingeladen.

Jüdische Märchen, in den Erzählpausen mit musikalischen Impulsen verstärkt, standen im Mittelpunkt. Das Erzählen von Märchen ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil jüdischer Traditionen. Sie gab es bereits im Alten Testament. Andererseits, so betonte Dr. Kurt Omland in seiner Begrüßung, nehmen jüdische Märchen Bezug auf große biblische Gestalten und Ereignisse, um sie in lehrhafter oder erbaulicher Weise für die Alltagsbewältigung zu nutzen.

In dem ehemaligen jüdischen Bethaus in der Synagogengasse trugen Maria-Luise Staffan und Dagmar Callenius-Meuss in ihrer sehr betonten und einfühlsamen Sprechweise die unterschiedlichen Märchen vor. Dem in nichts nach stand schließlich das Improvisationstrio mit Musiktherapeutin Barbara Irle. Mit teils ungewohnten, aber betont getragenen Melodien untermalten sie die gesprochenen Worte.

Das Hauptanliegen der Woche der Brüderlichkeit ist die Begegnung mit dem Judentum. Gerade vor der Antisemitismusdiskussion der letzten Wochen hat die besondere Themenwoche ihre Bedeutung nicht verloren. Die Begegnung zwischen Christen und Juden solle die Bereitschaft stärken füreinander einzutreten, unterstrich Dr. Kurt Omland.

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