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Ilse Blomberg neue zweite Vorsitzende Wahlen beim Synagogenverein / „Stolpersteine“ sollen verlegt werden

Verfasst am 16. Februar 2008

Drensteinfurt • Der Vorsitzende des Synagogenvereins, Dr. Kurt Omland, hat eine neue Stellvertreterin. Bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag in der Alten Post wählten die anwesenden zwölf Mitglieder Ilse Blomberg einstimmig zur neuen zweiten Vorsitzenden. Neben den Vorstandswahlen standen ein Jahresrückblick und ein Ausblick auf kommende Aktionen auf dem Programm.

Dr. Walter Huge hatte sein Amt als Stellvertreter niedergelegt. Seine Nachfolge tritt Blomberg an, die kein neues Gesicht im Vorstand ist. Sie hatte zuvor den Posten der Beisitzerin bekleidet. Neu im Vorstand ist dafür Walburg Dietrich, die neben Sabine Omland nun die zweite Beisitzerin ist. Den Vorsitz des Vereins hat weiterhin Dr. Kurt Omland. Hansgeorg Hartberger bleibt der Schriftführer. Die Kasse führt auch im kommenden Jahr Margarete Silling.

Viele Veranstaltungen hatte der Synagogenverein im Jahr 2007 auf die Beine gestellt. Das ging aus dem Bericht des Vorsitzenden hervor. Die Kunstausstellung „Art brut“ des Hauses Kannen im Februar hatte 120 Besucher in die ehemalige Synagoge gelockt. Zum Gedenken an die Reichsprogromnacht hatte der Verein Schüler des St.-Michael-Gymasiums (Ahlen) eingeladen, die an dem Tag zu dem Thema in der Aula der Realschule ein Theaterstück aufführten. Der Vorsitzende lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Drensteinfurt und der VHS Ahlen, die den Verein bei einigen Aktionen unterstützt hatten.

Eine viertägige Fahrt nach Berlin zählte zu den Höhepunkten im Jahr 2007. Das Holocaust-Museum und die ehemalige Stasi-Zentrale gehörten dort neben dem Bundestag zu den Zielen. Zum „Tag des offenen Denkmals“ organisierte der Verein eine Ausstellung zum Thema „Stolpersteine“. „Das Interesse war sehr groߓ, blickte Omland zurück.

„Stolpersteine“ sind eine Idee des Künstlers Gunter Demnig. Demnig erinnert damit an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Boden einlässt. „In Drensteinfurt wollen wir diese Steine auch verlegen lassen“, erklärte Omland. Einen Antrag zur Verlegung der Steine hat der Förderverein bereits zusammen mit der Schulkonferenz der Realschule an die Stadt Drensteinfurt gestellt.

Bürgermeister Paul Berlage befürworte die Aktion sehr, da er es begrüße, wenn die Schrecken des Nationalsozialismus dadurch in Erinnerung gerufen werden, so der Vorsitzende. In einer Ratssitzung in diesem Monat wird das Thema diskutiert werden. Eine Klasse der Realschule will die Patenschaft für einen Stein übernehmen. Bei einer Genehmigung werde die Verlegung der Stolpersteine voraussichtlich im Oktober oder November stattfinden. • tim

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