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Gegen das Vergessen

Verfasst am 26. März 2013

DRENSTEINFURT J Im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ las am vergangenen Mittwoch die Schriftstellerin Monika Littau aus Bonn vor einem Dutzend Zuhörer in der Ehemaligen Synagoge Drensteinfurt. Eingeladen vom Förderverein Ehemalige Synagoge und der VHS las die Autorin aus ihrem neuen Buch „Vom Sehen und Sagen. Die Buchela“. Alles, was Buchela sich wünscht und liebt, scheint ihr verloren zu gehen: Der Lieblingsbruder bei einem Unfall, der Vater im Ersten Weltkrieg, das ersehnte Kind stirbt bei der Geburt und während des Nationalsozialismus wird ihre Familie wie alle Sinti und Roma als asozial und kriminell verfolgt. Wäre da nicht ihre Gabe zur Voraussicht, Buchela würde an diesem Leben verzweifeln. Doch ihre Vorhersage, dass Konrad Adenauer 1949 den Wahlsieg erringen wird, macht sie schlagartig berühmt. Madame Buchela wird zur Pythia von Bonn. Das Thema „Sinti und Roma“ sei im Augenblick wieder sehr aktuell, erklärte Dr. Kurt Omland im Anschluss an die Lesung. Die Debatte um Armutszuwanderung nach Deutschland richte sich gegen Rumänen und Bulgaren, die oft mit Sinti und Roma gleichgesetzt würden. Auch während des Dritten Reiches seien Sinti und Roma als Asoziale und Kriminelle verleumdet worden. Im Gegensatz zum Holocaust an den Juden sei der Völkermord an den Sinti und Roma nach 1945 kaum diskutiert worden. Die Autorin hätte man bewusst zur „Woche der Brüderlichkeit“ eingeladen, da sie ihr Buch dem Schicksal der Buchela widmete, deren Familia das Schicksal der Roma und Sinti im Dritten Reich teilte. Durch Aussagen von Freunden und Bekannten der Buchela gestützt, schuf die Lesung aus Littaus Romanbiografie eine tiefschürfende Stimmung unter den Anwesenden. Die musikalische Ausgestaltung der „Gebrüder Möxel“ (Mötte und Axel Roning) aus Ahlen, erweckte die Geschichte um die Phythia von Bonn zum Leben. Auf der Gitarre und Geige spielten sie Lieder der Sinti und Roma und sorgten so für stimmungsvolle Pausen. da

Quelle: WA


	
		
	

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