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Auf Spurensuche in Drensteinfurt Erinnerung an die Pogromnacht vor 68 Jahren

Verfasst am 09. November 2006

Die Redakteurin des Westfälischen Anzeigers, Annika Wind, besuchte mit Sabine Omland vom Förderverein Alte Synagoge die Stätten ehemaligen jüdischen Lebens in Drensteinfurt. Heute sind nur noch wenige Häuser erhalten, in denen die jüdischen Familien während des Dritten Reichs wohnten. Eines davon gehört der Familie Lohmann, die das Haus an der Marienstraße 1938 von Simon Terhoch erwarb. Die Familie Terhoch, Sofia und Simon mit den Kindern Inge und Werner, wurde wie die meisten Drensteinfurter Juden in der Pogromnacht überfallen, beschimpft, misshandelt und aus dem Hause getrieben. Wie der Augenzeuge Helmut Weidenbach den Besuchern berichtete, hatten Drensteinfurter Bürger den SA- und SS-Leuten aus Werne und Ahlen das Haus Simon Terhochs bezeichnet, nachdem diese schon eines der Nachbarhäuser überfallen wollten. Der Schlägertrupp drang in das Haus ein, zerstörte mit eigens mitgebrachten Beilen die Wohnungseinrichtung und warf die zerschnittenen Betten aus dem Fenster. Noch heute sind einige wenige Spuren der Zerstörung an den Kacheln der Kaminheizung zu sehen, wie Brunhilde Lohmann erläuterte.

Werner Terhoch, der 1991 seine frühere Heimatstadt besuchte, konnte der Einladung der Familie Lohmann nicht folgen und sein Elternhaus besuchen. Die Erinnerung an die schrecklichen Vorgänge in der Pogromnacht und an die erlittenen Demütigungen waren zu schmerzlich.

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