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„Demenz trifft Geschichte“ Die drei Veranstalter der Fortbildung boten einen Fachtag, bei dem über den Umgang mit biographi­schem Erleben genauso berichtet wurde, wie über beispielhafte Erfahrungen, Verfolgung und Überleben in der NS-Zeit informiert wurde.

Verfasst am 19. November 2015

Die Erinnerungsorte zur Geschichte des 20. Jahrhunderts haben nicht nur Jugendlichen und anderen Interessierten, sondern ebenso vielen Berufsgruppen etwas zu sagen: Das Jüdische Museum Westfalen, der Caritasverband Dorsten und das Demenz-Service-Zentrum Ruhr blicken zufrieden auf einen Fachtag am 9. November 2015 „Demenz trifft Geschichte“ im Jüdischen Museum Westfalen zurück. Diese Veranstaltung richtete sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz.

Von den heute hochaltrigen Menschen mit Demenz haben einige noch Krieg und Verfolgung erlebt. Manche von ihnen sind Opfer gewesen, einige von ihnen Zu­schauer oder Täter. Sie haben geschwiegen, doch unter dementiellen Erkrankungen kann das Schweigen brechen und es kommen Geschehnisse zu Tage, die auch für Betreuungs- und Fachkräfte schwer zu verstehen sind.

Die drei Veranstalter boten einen Fachtag, bei dem über den Umgang mit biographi­schem Erleben genauso berichtet wurde, wie über beispielhafte Erfahrungen, Verfolgung und Überleben in der NS-Zeit informiert wurde.

Dr. Udo Baer, Institut für soziale Innovationen e.V., Projekt Alter und Trauma, berichtete eindrucksvoll, wie die Folgen traumatischer Erfahrungen nachwirken und welche Auswirkungen sie im Alter haben können, wenn altes Leid wieder lebendig wird. Er gab Anregungen wie Angehörige, Betreuungs- und Pflegekräfte mit den Verhaltensweisen angemessen umgehen können.

Mareike Böke vom Jüdischen Museum Westfalen, skizzierte beispielhaft und anschaulich, anhand der Lebensgeschichten von Marga Spiegel und Imo Moszkowicz, jüdische Minderheitserfahrungen in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft und den Umgang mit diesen Erfahrungen nach 1945.

Nach einem Imbiss - angelehnt an die jüdische Küche – nutzten die 90 Teilnehme­rinnen und Teilnehmer anschließend die Gelegenheit zu Ausstellungsrundgängen und vertiefenden Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jüdi­schen Museums.

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