| Gelände des ehemaligen KZ Niederhagen Zwischen 1940 und 1943 errichteten KZ-Häftlinge ein Lager in der Gemarkung Niederhagen (früher Teil des Gemeindewaldes), links neben der Straße nach Niederntudorf. Von 1941 bis 1943 wurde es als KL Niederhagen bezeichnet (den Namen bestimmte Himmler, um die Verbindung zur Wewelsburg zu tarnen) und war damit das kleinste selbständige KZ des Deutschen Reiches und das einzige auf dem Gebiet des heutigen Landes NRW. ![]() Luftaufnahme des ehemaligen Lagergeländes, 1957 Nachdem 1943 das Lager als selbständiges KZ aufgelöst worden war, dienten die Baracken als Umsiedlungslager der SS-Einrichtung "Volksdeutsche Mittelstelle" für zwangsweise ausgesiedelte Deutsche aus Osteuropa. Ein Restkommando von rund 50 Häftlingen blieb auf dem Industriehof. Nach der Befreiung durch US-Truppen 1945 wurde das Lager für ehemalige Zwangsarbeiter, dann als Unterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands genutzt. Hauptsächlich, weil Wewelsburg ein so großes Barackenlager besaß, wurden in den Ort mehr Menschen eingewiesen, als das Dorf Einwohner hatte. Diese Wohnungsnot führte - verbunden mit einer nicht nur hier zu beobachtenden Tendenz, die unangenehme Vergangenheit möglichst schnell zu vergessen - schrittweise zum Abriss der Baracken, gefördert durch staatliche Zuschüsse. In der heute dort existierenden Wohn- und Gewerbesiedlung leben und arbeiten überwiegend Nachkommen der einstigen Flüchtlinge und Vertriebenen.
Als Überreste des ehemaligen Schutzhaftlagers sind einige massive Bauten noch zu identifizieren: Das Torhaus wurde zum Wohnhaus mit Wintergarten umgebaut, die Lagerküche dient heute als Feuerwehrhaus des Dorfes, ein Teil des Appellplatzes blieb unbebaut, während vom ehemaligen Industriehof noch die Garagen und die Wäscherei erhalten sind. Auf dem ehemaligen Appellplatz erinnert seit dem 2. April 2000 ein Mahnmal an die Opfer des Konzentrationslagers und die historische Bedeutung des Ortes. ![]() Blick über den früheren Appellplatz zur ehemaligen Häftlingsküche, 2000 |