Wewelsburg - Kreismuseum
Die Soziale Differenzierung der KZ-Häftlinge
   
Das System, Häftlinge nach Kategorien zu ordnen, diente nicht allein der bürokratischen Verwaltung, sondern vor allem der Diskriminierung und sozialen Trennung. Die rassistische Ideologie von "Herrenmenschen und Untermenschen", Nationalitäten sowie soziale Abweichung waren die entscheidenden Kriterien der Einordnung. Gängige Vorurteile gegen einzelne Bevölkerungsgruppen wurden von der SS übernommen und geschürt. Die Häftlinge ließen sich in ihrer Wahrnehmung von den vorgegebenen Differenzierungen lenken und beurteilten die Mithäftlinge oft nach den vorskizzierten Schemata.


Häftlingsjacke
Häftlingsjacke mit rotem Winkel
und Häftlingsnummer

Politische Häftlinge erhielten rote Winkel, Ernste Bibelforscher (Zeugen Jehovas) violette, BV-Häftlinge (Befristete-Vorbeuge-Häftlinge) grüne, "asoziale" Gefangene schwarze und homosexuelle Häftlinge rosa Winkel. Die Winkel der ausländischen Häftlinge wurden zusätzlich mit dem Anfangsbuchstaben ihrer Nationalität versehen.

Die SS führte eine Häftlingsselbstverwaltung ein, die gewisse Vollmachten zur Lager- und Arbeitsorganisation erhielt. Bestimmte Häftlingskategorien und Nationalitäten (z.B. Juden, Sinti und Roma, Osteuropäer) waren von diesen Funktionsstellen ausgeschlossen. Ganz im Gegensatz zu anderen Konzentrationslagern übernahmen in Wewelsburg die Ernsten Bibelforscher (Zeugen Jehovas) die Funktionsposten (z. B. Lagerältester, Lagerschreiber, Blockältester), da sie 1940 die einzige Häftlingsgruppe im Lager ausmachten.

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