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Die Bonner Stolpersteine Was sind "Stolpersteine"?

Stolpersteine sind 10 x 10 x 10 cm große Betonquader, in denen eine Messingplatte verankert ist. Auf den Messingplatten werden die Namen und Daten von Menschen mit Schlagbuchstaben eingeschlagen, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Die Steine werden im öffentlichen Straßenraum verlegt. Das Besondere an dem Projekt des Künstlers Gunter Demnig ist, dass diese kleinen Erinnerungsmale vor den Wohnhäusern verlegt werden, in denen die Menschen vor ihrer Verhaftung oder Deportation lebten. So wird individuell an jeden Verfolgten erinnert.

Ein Beispiel für Stolpersteine im Straßenbild.

Finanziert werden die Stolpersteine von Paten. Jeder kann eine Patenschaft für ein oder mehrere Opfer übernehmen. Pro Stein entstehen Kosten von € 95,-. Darin sind das Einschlagen der Schrift, die Herstellung des Steins sowie das fachgerechte Verlegen enthalten. Mit der Verlegung gehen die Steine in den Besitz der Gemeinde über.

Gunter Demnig entwickelte 1990 das Projekt „Hier wohnte – Stolpersteine“ mit verschiedenen Erinnerungsmalen, die er in Köln erstmals zum Gedenken an die Verfolgung von Sinti und Roma anbrachte. Inzwischen sind rund 12.500 Stolpersteine an fast 280 Orten in der Bundesrepublik verlegt worden. Auch in Österreich und Ungarn sind bislang zwölf bzw. dreizehn Orte an dem Projekt beteiligt. Seit 2002 wurden in Bonn 155 Stolpersteine verlegt.

In Bonn koordiniert die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus dieses Projekt. In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bonn werden alle Informationen über die Person überprüft, an die der Stein erinnern soll. Es werden eventuell noch lebende Angehörige um ihre Zustimmung gebeten und die ursprünglichen Adressen mit den heutigen Straßennamen verglichen. Danach werden die Daten an Gunter Demnig weiter gegeben, der dann die Steine anfertigt und verlegt.

Katalog der bisher in Bonn verlegten Stolpersteine (Stand: Mai 2008, PDF, 21 kB)

Weitere Informationen erhalten Sie Montag- und Mittwochvormittag in der Geschäftsstelle der Gedenkstätte Bonn bei Frau Wrede (Telefon: 0228 / 69 52 40). 

Chronologie zu den Stolpersteinen sowie weitere Informationen zur Übernahme einer Patenschaft