Inhalt

Ausstellung und Sammlung Gedenkstätte Bonn

Dauerausstellung

Die ständige Ausstellung der Gedenkstätte Bonn dokumentiert Verfolgung, Leid und Ermordung der Bonner Opfer des Nationalsozialismus. Sie zeigt die Willkür des NS-Regimes und ihre Auswirkungen auf den Alltag, aber auch Versuche von Widerstand und organisierter Opposition in unserer Stadt.

Am 10. November 1996 wurde die erste ständige Ausstellung der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus in der Franziskanerstraße eröffnet. Nach der grundlegenden Überarbeitung in eine moderne Konzeption und der Ergänzung der Inhalte im Jahr 2005, ist die Ausstellung zuletzt im Jahr 2017 aktualisiert und ergänzt worden um neue historische Erkenntnisse zu integrieren und umzusetzen.


Foyer

Installation im Eingangsbereich mit Fragmenten der zerstörten Bonner Synagoge

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 (“Reichskristallnacht”) erging von der NSDAP-Führung die Anweisung, die Synagogen im Deutschen Reich niederzubrennen und Geschäfte von jüdischen Inhabern zu verwüsten. Die Bonner Synagoge wurde während des Tages, am 10. November 1938, in Brand gesetzt und zerstört.

Die Installation im Eingangsbereich der Daueraustellung zeigt Fragmente der Synagoge am Rheinufer (1879-1938), die bei Ausgrabungen im Jahr 1987 freigelegt wurden.


Raum 1 - Einführung

Blick in den ersten Ausstellungsraum

Der Raum führt in die Thematik der Dauerausstellung ein. Eine Aufnahme des Bonner Friedensplatzes in den 1930er Jahren zeigt eine scheinbar heile Welt. Doch bereits im April 1934 wurde der Platz nach Adolf Hitler umbenannt. Weitere Fotos lenken den Blick auf Bonnerinnen und Bonner, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und verfolgt wurden.

Einige Bilder, die Orte des Terrors in Bonn und Verfolgungssituationen zeigen, verdeutlichen die Bedrohung durch die Nationalsozialisten im Alltag der Menschen. Eisenbahnschienen - die an der Decke installiert sind - symbolisieren die Deportationen in die Konzentrationslager. Auf einer thematischen Karte sind die Wege und Fluchtziele der Bonner/innen aufgezeigt, die deportiert wurden oder fliehen mussten.


Raum 2 - Dokumentation

Blick in den Hauptraum

Ausgewählte Exponate und ausführliche Texte dokumentieren anhand von Einzelbeispielen die systematische Verfolgung von Menschen und Gruppen, die in der Zeit des Nationalsozialismus ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden. Drei Medienstationen (Hörstation "Ruth Herz", Videostation "Zeitzeugen", Touchscreen ) bieten den Besuchern die Möglichkeit sich mit unterschiedlichen Inhalten vertieft auseinanderzusetzen.

Der Raum ist in folgende Themenbereiche untergliedert:

  • Bonn zu Beginn der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft
  • Politische Verfolgung
  • Zwangssterilisation und Euthanasie
  • Verfolgung der Bonner Juden
  • Sinti und Roma
  • Zwangsarbeiter
  • Vergessene Opfer
  • Helfer
  • Kirchen
  • Universität

Raum 3 - Gedenkraum

Blick in den Gedenkraum

Die Installation aus schwarzen Holzrahmen enthält Namen und Fotos der bis jetzt bekannten Bonnerinnen und Bonner, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden oder infolge des NS-Terrors starben. Gleichfalls aufgenommen wurden Menschen, die von Bonn aus in den Tod geschickt wurden. Dieser Raum wurde 2011 vollständig überarbeitet und ergänzt.


Sammlung

Altes Dokument mit Schreibmaschinenschrift und Reichsadlerstempel.

Beispiel für ein Dokument aus der Sammlung: Entlassungsschein des Bonner Zentrumspolitikers Joseph Roth aus dem KZ Buchenwald

Die Gedenkstätte Bonn verfügt über eine Bibliothek, eine Mediothek und ein Archiv, die nach Terminvereinbarung genutzt werden können. Bei umfangreicheren Recherchen bitten wir um eine vorherige Anmeldung.

Das Personen- und Fotoarchiv enthält in erster Linie historische Quellen zu Lebensgeschichten von Bonner Opfern. Dazu gehören Briefwechsel, private Fotografien und Fotoalben, Tagebücher, personenbezogene Unterlagen und Alltagsgegenstände. Dieses Quellenmaterial wird immer wieder für Ausstellungen, Führungen und Recherchen sowie für die pädagogische Arbeit mit Schulen genutzt. Auch ist es zur Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen und Anfragen anderer Gedenkstätten, Museen und Angehöriger von Opfern aus dem In- und Ausland von großer Bedeutung.

Durch die zahlreichen Kontakte der Gedenkstätte mit NS-Verfolgten, ihren Angehörigen und anderen wird das Archiv kontinuierlich erweitert. Die Personen- und Fotobestände umfassen ca. 600 Einheiten, davon ca. 400 personenbezogene Akteneinheiten und im Fotobestand ca. 200 Einheiten mit rund 2.000 Fotos. Zu beiden Beständen liegen Findbücher mit Personenindices vor. Auch kann in der computergestützten Datenbank schnell und bestandsübergreifend recherchiert werden.

Die Mediothek der Gedenkstätte beinhaltet hauptsächlich Ton- und Videoaufzeichnungen mit lebensgeschichtlichen Interviews. Der Bestand der Präsenzbibliothek umfasst vor allem Literatur zum Nationalsozialismus in Bonn und der Region. Des Weiteren gibt es einen kleinen Zeitschriftenbestand. Zur gezielten Recherche steht ein elektronischer Katalog zur Verfügung.