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"Zug der Erinnerung" macht Station in Bonn Aktives Denkmal Anfang März im Hauptbahnhof

Verfasst am 05. Februar 2009

Für die Zeit vom 2. bis 5. März 2009 macht der "Zug der Erinnerung" Station im Hauptbahnhof Bonn. Der "Zug der Erinnerung" erzählt als aktives Denkmal die Deportation von Kindern und Jugendlichen aus Deutschland und Europa in die nationalsozialistischen Vernichtungslager in beispielhaften Biografien. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Begleitprogramm der regionalen Veranstalter.

Im Juni und Juli 1942 wurden die Bonner Juden über Köln-Deutz ins KZ Theresienstadt, in den Distrikt Lublin und nach Minsk deportiert. Von Theresienstadt wurden sie weiter in die Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka, vom Distrikt Lublin in die Vernichtungslager Sobibor, Majdanek und andere Lager gebracht. Die Deportation nach Minsk endete in einem nahe gelegenen Wald bei Maly Trostenez, wo die Männer, Frauen und Kinder direkt nach ihrer Ankunft ermordet wurden. Aus dem Rheinland und Westfalen wurden im Mai 1940 bereits rund 1.000 Sinti und Roma über Köln-Deutz in Ghettos und KZ's im besetzten Polen gebracht. Am 16. Dezember 1942 wurde mit dem "Auschwitz-Erlass" die Einweisung aller Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau angeordnet. Auch viele der Bonner Sinti Familien wurden dorthin deportiert und ermordet. Zwischen 1939 und 1945 sind nach heutiger Kenntnis weit über 600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus der Bonner Provinzial Heil- und Pflegeanstalt und der Rheinischen Klinik für Jugendpsychiatrie in eigens dafür eingerichtete Tötungsanstalten verlegt und ermordet worden.

Die Veranstalter in Bonn:
Initiative zum Gedenken an die Bonner Opfer des Nationalsozialismus (Beueler Initiative gegen Fremdenhass, Bildungswerk für Friedensarbeit, Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. - AG Bonn, Evangelisches Forum Bonn, Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie", Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus - An der Synagoge e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Bonn e.V., Katholisches Bildungswerk Bonn), Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn, Volkshochschule der Bundesstadt Bonn und Arbeitskreis Psychiatrie Bonn in der Rheinischen Landesklinik Bonn, AStA der Universität Bonn, DGB Bonn/Rhein-Sieg/Oberberg, Internationale Begegnungsstätte Bonn-Zentrum, Katholische Familienbildungsstätte Bonn, Bonner Kinemathek, StattReisen. Bonn erleben e.V. mit Unterstützung der Bundesstadt Bonn

Anmeldung für Gruppen:
Für Gruppen ist eine Anmeldung für den Besuch des "Zuges der Erinnerung" unbedingt erforderlich.
Die Koordination der Termine erfolgt durch die Gedenkstätte Bonn unter der Telefonnummer 02 28-69 52 40 oder per E-Mail an gedenkstaette-bonn@netcologne.de

Öffnungszeiten:
Mo, 2. März 10 Uhr Eröffnung, anschl. bis 19 Uhr geöffnet
Di, 3. bis Do, 5. März 9-–19 Uhr
Schulklassen und andere Gruppen erhalten eine kurze Einführung von der pädagogischen Begleitung des "Zuges der Erinnerung". Der Eintritt zum "Zug der Erinnerung" ist frei. Bei großem Besucherandrang kann es zu Wartezeiten kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

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