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Sonderausstellung in der Gedenkstätte Bonn: Deportiert ins Ghetto Ausstellung des Arbeitskreises vom 23.10. bis zum 25.11.2012 zu sehen

Verfasst am 23. Oktober 2012

Im Herbst 1941 verließen drei Transporte in Richtung Polen das Rheinland. Von den Städten Köln und Düsseldorf aus wurden insgesamt rund 3.014 Juden aus dem gesamten Rheinland in das Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Ein Teil der Deportierten starb im Ghetto, viele wurden von dort ins Vernichtungslager Kulmhof gebracht und ermordet. Diejenigen, die 1944 noch im Ghetto lebten, wurden im Zuge der Auflösung des Ghettos in verschiedene Konzentrations- und Vernichtungslager zur Zwangsarbeit deportiert. Nur 36 Personen überlebten das Kriegsende dauerhaft.

Die Ausstellung „Deportiert ins Ghetto“ befasst sich mit der Geschichte der Deportierten, mit ihrer Zeit vor der Verschleppung und schwerpunktmäßig mit dem Leben im Ghetto. Die Geschichte der Juden aus dem Rheinland im Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) wird anhand biografischer Zeugnisse und vieler Original-dokumente aufbereitet und erklärt.

Die Vielzahl von abgedruckten Fotografien und Originaldokumenten geben den Deportierten ihre Identität und ihre persönliche Geschichte zurück. Die Ausstellung wird am Dienstag, 23. Oktober 2012, um 17.30 Uhr im Gebäude der Gedenkstätte Bonn/Stadtmuseum, Franziskanerstr. 9, Bonn-Mitte, durch Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Schülerinnen und Schülern des Clara-Schumann-Gymnasiums eröffnet. Sie wird bis zum 25. November 2012 zu sehen sein.

Die Ausstellung ist ein Projekt des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW. Sie wurde von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln in Kooperation mit dem Staatlichen Archiv Łódź erarbeitet.

Die Gedenkstätte Bonn konnte mit eigenen wissenschaftlichen Recherchen die Ausstellung um mehrere Biografien von Menschen aus Bonn ergänzen. Schülerinnen und Schüler des Clara Schumann-Gymnasiums haben sich darüber hinaus auf die Spurensuche begeben und stellen bei der Eröffnung ihre Ergebnisse vor. Persönliche Briefe und Fotografien, Berichte und Dokumente sind eindringliche Zeugnisse der Menschen aus dem Rheinland, die Opfer der Schoah wurden.

Veranstalter ist die Gedenkstätte Bonn in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Bonn. Der Eintritt ist frei. Sonderöffnungszeiten nur für diese Ausstellung: Dienstag und Mittwoch 9.30-17.00 Uhr, Donnerstag und Freitag 9.30 – 18.00 Uhr, Samstag 13-18 Uhr und Sonntag 11.30-17.00 Uhr. Auskunft unter Tel. 0228/69 52 40.

Peter Sonnet

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