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Schüler gelangen per Touchscreen in die Vergangenheit Gedenkstätte Bonn mit neuer Medienstation

Verfasst am 28. Januar 2009

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8d aus der Gesamtschule Hennef testeten sie als erste: die neue Medienstation in der Gedenkstätte Bonn. Der PC mit einem "Flash"-Programm ergänzt die Dauerausstellung und ermöglicht es den Besucherinnen und Besuchern, Themen wie Verfolgung und Widerstand, Euthanasie, Zwangsarbeiter und Universität in Bonn während des Nationalsozialismus zu vertiefen und sich anzueignen. Parallel zu den Texten, Dokumenten und Originalgegenständen der Ausstellung stehen jetzt virtuell weitere Materialien per Touchscreen zur Verfügung.

Die Themen werden differenziert und für die Recherche nach allen Gruppen von NS-Opfern dargeboten. Das ist vor allem für Schülerinnen ab der 7. Klasse sinnvoll, die gewisse Grundkenntnisse über die NS-Zeit und den NS-Terror haben und nach der Führung durch die Ausstellung einzelne Themen selbständig erarbeiten wollen, erläutert Astrid Mehmel, Leiterin der Gedenkstätte Bonn.

Zusammen mit dem Vorsitzenden des Trägervereins der Gedenkstätte, Dr. Manfred van Rey, dankte sie der Bürgerstiftung Bonn, die die Installation und Programmierung der Medienstation mit Fördermitteln in Hohe von 1.700 Euro ermöglicht hat. "In diesem Fall ist die Förderung beispielhaft, weil sie Bonner Jugendlichen zugute kommt. Das ist ein ganz konkretes Vorhaben im Sinne unseres Mottos Bonner helfen Bonnern", erklärt Jürgen Reske, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Bonn. Infos findet man im Netz unter www.buergerstiftung-bonn.de.

In der Tat besuchen Jahr für Jahr 50 bis 60 Schulklassen aus Bonn und der Region die Gedenkstätte, werden durch die Ausstellung geführt und erarbeiten sich danach die entsprechenden Themen der NS-Geschichte und ihrer Auswirkungen auf die Gegenwart. Die Medienstation erleichtert den Zugang erheblich. "Für die jungen Leute ist der Umgang mit einem PC heutzutage selbstverständlich, die können gut damit umgehen und deshalb gehören solche Medienstationen heute in Museen und Gedenkstätten", unterstreicht van Rey.

Die Hennefer Jugendlichen probierten das Gerät am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar aus, lasen die Texte ausgiebig und machten sich eifrig Notizen. Die Gesamtschule Hennef nutzt den Gedenktag alljährlich für Projekte zum Thema Nationalsozialismus.

"Träger der Gedenkstätte zur Erinnerung die Bonner NS-Opfer ist ein Verein, der auch weiterhin Spenden und Fördermittel benötigt. Nächstes Projekt ist die Digitalisierung der Videos mit Zeitzeugen, um auch damit die Medienstationen in der Ausstellung zu ergänzen. Für die pädagogische Arbeit, die bei uns um Mittelpunkt steht, benötigen wir noch mehr Unterrichtsmaterial und technische Hilfsmittel", betont Gedenkstättenleiterin Astrid Mehmel.

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