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6.000 Besucher im "Zug der Erinnerung" Dokumente zeigen Bonner Kinder, die verschleppt worden sind

Verfasst am 09. März 2009

Dichtes Gedränge auf den Bahnsteigen des Bonner Hauptbahnhofes sind nicht ungewöhnlich, aber eine Woche lang kamen mehr als 6.000 Besucherinnen und Besucher, um die mobile Ausstellung "Zug der Erinnerung" im Bonner Hauptbahnhof auf Gleis 4 zu sehen. Thema war die Deportation von Kindern und Jugendlichen in die Konzentrations- und Vernichtungslager. In der kurzen Zeit des Aufenthaltes waren oft längere Wartezeiten vor dem Einlass zu den Waggons zu beobachten, so stark war das Interesse an der Ausstellung, die vom Verein "Zug der Erinnerung e.V." und der Bonner Initiative zum Gedenken an die Bonner Opfer des Nationalsozialismus in Bonn präsentiert wurden. Eine große Anzahl junger Menschen, darunter 85 Schulklassen und Jugendgruppen kamen, um die Ausstellung in der "rollenden Gedenkstätte" zu besichtigen. Nach der Abfahrt des Zuges besteht nun für interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, den ergänzenden Bonner Teil der Ausstellung in der Geschäftsstelle der Bonner Gedenkstätte, Franziskanerstr. 9 zu besuchen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 15.00 Uhr. Im Sommer 1942 wurden die Bonner Juden über ein Sammellager in Köln-Deutz in Konzentrationslager deportiert, darunter auch Kinder und Jugendliche. Die meisten wurden in den Lagern ermordet. Zwischen 1939 und 1945 wurden darüber hinaus mehrere hundert Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus der Bonner Provinzial Heil- und Pflegeanstalt und der Rheinischen Klinik für Jugendpsychiatrie in Anstalten wie Hadamar transportiert und dort ermordet. Umfangreichere Informationen zum Thema NS-Terror, Verfolgung und Widerstand in Bonn findet man in der Dauerausstellung "…und plötzlich gehört man nicht mehr dazu". Die aktuellen und weiteren Stationen der mobilen Ausstellung "Zug der Erinnerung" sind im Netz unter www.zug-der-erinnerung.eu nachzulesen.

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