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"Keine Einmachgläser für Geschichte" - Ausstellung zu Objektgeschichten aus Gedenkstätten in NRW eröffnet Die neue Ausstellung „Mehr als man kennt – näher als man denkt. Objektgeschichten aus Gedenkstätten in NRW“ wurde am 28. Oktober 2020 in der Bezirksregierung Arnsberg eröffnet. Die Ausstellung zeigt Objekte aus allen 29 Gedenkstätten und Erinnerungsorten Nordrhein-Westfalens.

Verfasst am 30. Oktober 2020

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung zeigt der Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte eine Ausstellung, in der erstmals alle nordrhein-westfälischen Gedenkstätten gemeinsam repräsentiert sind. Jede Einrichtung stellt ein Objekt ihrer eigenen Ausstellung vor – in der Gesamtschau ergibt sich ein beeindruckendes Panorama über die Geschichten und Erinnerungen der Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus im heutigen NRW lebten. Jede der 29 Gedenkstätten erinnert die Zeit des Nationalsozialismus aus ihrem ganz eigenen Blickwinkel, legt ihre eigenen Schwerpunkte und hat ihr eigenes Informations- und Bildungsangebot. Die „Objektgeschichten“ zeigen das ganze Spektrum der Erinnerungsarbeit des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte.

Die Ausstellung im Regierungsbezirk Arnsberg wurde vom Arnsberger Regierungspräsidenten Hans-Josef Vogel eröffnet. In seiner sehr persönlichen Rede ging Vogel auf die „Heimat- und Nachbargeschichten“ ein, die die Gedenkstätten in NRW darstellen. Für ihn machte die Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen im Nationalsozialismus eine zentrale Stärke der Erinnerung aus. Grade vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen zeigten die Gedenkstätten und Erinnerungsorte, dass Demokratie nicht als gegeben angesehen werden sollte, sondern immer wieder neu belebt und erarbeitet werden müsse. Die Gedenkstätten seien keine „Einmachgläser für Geschichte“, sondern lebendige Orte mit historischem Wissen für das Hier und Jetzt.

In einem anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Regierungspräsident Vogel, Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW sowie Dr. Stefan Mühlhofer, Vorsitzender des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte NRW über die besondere Gedenkstättenlandschaft des Landes. Die vielen kleinen und mittelgroßen Gedenkstätten seien durch enormes bürgerschaftliches Engagement entstanden und so divers wie das Land NRW selbst. Die bis zur Pandemie steigenden Besuchszahlen (2014: 276.000; 2019: 410.000 Besucherinnen und Besucher) zeigten, wie fest verankert die Gedenkstätten in ihren Regionen seien. Von den "Objektgeschichten" verspricht sich Stefan Mühlhofer, dass grade die kleinen, ehrenamtlich geführten Gedenkstätten landesweit Bekanntheit und Aufmerksamkeit erlangen. Klaus Kaiser, der innerhalb von eineinhalb Jahren alle 29 Gedenkstätten besucht hat, verlieh seinem Wunsch Ausdruck, dass alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Schülerinnen und Schüler vom Besuch einer Gedenkstätte profitieren können. Eine Verpflichtung zum Besuch, wie gelegentlich diskutiert wird, lehnte das Panel einhellig ab. Die Besuchenden – grade Lehrerinnen und Lehrer – sollten ein intrinsisches „Grundengagement“ mitbringen.

Die Ausstellung wird in den nächsten Monaten auch in den anderen Regierungsbezirken NRWs zu sehen sein. Noch bis zum 25. November ist sie in Arnsberg zu Gast, vom 11. Januar bis 5. Februar 2021 in Münster. Anschließend zeigen die Regierungsbezirke Detmold (22.2.–19.03.) und Köln (22.3.–16.4.) die „Objektgeschichten“. Die Abschlusspräsentation findet vom 27. April bis zum 21. Mai 2021 im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf statt. Der Eintritt ist kostenfrei, bitte beachten Sie die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen. Auch online können Sie die Ausstellung besuchen, die Landeszentrale für politische Bildung zeigt eine digitale Version der Ausstellung, die zusätzlich Kurzvideos und weitere Inhalte zur Verfügung stellt.

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