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"Im Stillen gedenken - im stillen Gedenken. Gegen das Vergessen." - Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus am 09. November Die Gedenkstätten und - Erinnerungsorte im Arbeitskreis hatten für den 09. und 10. November zu zahlreichen Veranstaltungen geladen, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. Leider müssen diese aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Daher rufen die Gedenkstätten zum Erinnern in Distanz auf.

Verfasst am 04. November 2020

Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der Nacht des 09. Novembers und in den Folgetagen mussten die Gedenkstätten und - Erinnerungsorten in diesem Jahr unter dem Einfluss der Corona-Pandemie planen. Seit dem 01.11. stand fest, dass die geplanten Veranstaltungen nicht stattfinden werden. Die Gedenkstätten des Arbeitskreises rufen trotzdem und gerade jetzt alle Bürgerinnen und Bürger der einzelnen Städte dazu auf, einen eigenen Beitrag für das Erinnern und gegen das Vergessen zu leisten.

Die Gedenkstätte Düsseldorf hatte sich im Vorfeld bereits gemeinsam mit allen Partnerinnen und Partnern – der Evangelischen Kirche und der Katholischen Kirche in Düsseldorf, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e.V. ebenso wie der Stadt – dazu entschlossen, in diesem Jahr keinen ökumenischen G-denkgang und keine Gedenkstunde im Rathaus durchzuführen. Alle Akteure sind sich aber einig, dass das Gedenken an den Novemberpogrom nicht ersatzlos ausfallen darf. Gemeinsam wurde ein pandemietaugliches Konzept erarbeitet, das in dezentraler Form das Gedenken in der Stadt mit einer Vielzahl von Aktionen unter dem Motto „Düsseldorf erinnert“ sichtbar machen wird. Mit zwei eindrücklichen Plakatmotiven erinnern wird im Stadtgebiet an die Ereignisse des Novemberpogroms erinnert. Die Plakate werden im gesamten öffentlichen Raum der Stadt Düsseldorf zu sehen sein. Doch um zu zeigen, dass die Düsseldorfer Stadtgesellschaft heute an dieses Ereignis erinnert, bittet die Gedenkstätte alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer darum, die Plakate selbst auszudrucken und in die Fenster zu hängen. Vom 28. Oktober bis zum 16. November wird zudem täglich ein Beitrag mit Zita-ten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen veröffentlicht, um die Ereignisse in Düsseldorf zu beleuchten.  Die Aussagen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen beschreiben die jeweiligen Tagesereignisse und ihre Folgen, reflektieren aber auch den zuneh-menden Verlust von Sicherheit und das Wachsen von Angst und Verzweiflung. Die Digitalaktion „Es geschah in Düsseldorf“ ist als Hörbeitrag kurzelinks-.de/duesseldorf-erinnert zu finden.

Bonn hält Erinnerung an Novemberpogrom wach

Die geplante Gedenkveranstaltung in der Bonner Oper am 10. November ist ebenfalls abgesagt. Auch die traditionelle Gedenkstunde am Mahnmal am Moses-Hess-Ufer entfällt und die Bonner Gedenkstätte selbst bleibt geschlossen. In Kooperation mit der Oper Bonn gibt es aber Momente des Erinnerns in Form eines musikalischen Beitrags am Dienstag, 10. November 2020, ab 15 Uhr online auf ihre Homepage: Vincenzo Neri singt eine Auswahl aus Mahlers Rückert-Liedern und Hölderlin-Lieder von Viktor Ullmann. Pauli Jämsä spielt außerdem den zweiten Satz der fünften Klaviersonate von Ullmann, die in Theresienstadt entstanden ist. Außerdem haben Schülerinnen und Schüler des Clara-Schumann-Gymnasiums anlässlich des Gedenktages ein Projekt gestartet. Sie stellen die Ergebnisse ihrer Recherchen im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom vor und erinnern an jüdische Bonnerinnen und Bonner, die Opfer des Nationalsozialismus geworden waren. Die Posts dazu findet man auf der Instagram-Seite der Gedenkstätte Bonn unter #CSGedenkt

Persönliche Schweigeminute anlässlich der Opfer der Reichspogromnacht

Die christlichen Kirchen, die Moscheegemeinden, die NS-Dokumentationsstelle, die Städt. Integrationsbeauftragte und die VHS Krefeld bedauern, dass das jährliche gemeinschaftliche Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht An der Alten Synagoge nicht wie geplant stattfinden kann. Das Gedenken ist zugleich eine Solidaritätsbekundung gegenüber der jüdischen Gemeinde und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus. Es ist außerdem eine Absage an die ebenfalls menschenverachtenden und fremdenfeindlichen Anschläge dieser Tage. Sie rufen deshalb alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, am Montag, den 9. November, um 12.00 Uhr da, wo sie gerade sind, für eine Minute stehenzubleiben oder ihre Beschäftigung zu unterbrechen, um persönlich innezuhalten und sich dieses Tages bewusst zu werden.​

Persönliches Zeichen gegen das Vergessen

Allen Gedenkstätten und - Erinnerungsorten ist es im Jahr 2020 nicht möglich, zentrale Veranstaltungen durchzuführen. Angesichts des jahrzehnteübergreifenden Engagaments aller Mitgliederinnen und Mitglieder ist man allerorts bemüht, im Rahmen der Möglichkeiten ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu aufgerufen, sich im Rahmen der Vorgaben persönlich zu engagieren und aktiv an der Erinnerung teilzuhaben: Ob man sich zu einem Gedenkort im eigenen Wohnort begibt, um dort einen Moment innezuhalten und den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken oder mit der Familie oder Arbeitskolleginnen und -kollegen über die Opfer von Gewalt und NS-Terror spricht, es gibt viele Möglichkeiten, innezuhalten und ein eigenes persönliches Zeichen zu setzen.

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