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Ausstellungseröffnung: "Im Rechten Licht" von Karin Richert in Köln Am Freitag, den 15.12.2017 eröffnete das Kölnische Stadtmuseum die Fotografieausstellungen „Im Rechten Licht“ von Karin Richert und „Trotzdem Alaaf! Kölner Rosenmontag 1991 + 2017“ von Eusebius Wirdeier. Beide Sonderausstellungen behandeln fotografisch Ereignisse mit politischen Hintergründen, die sich im öffentlichen Raum abspielen. Da das Stadtmuseum wegen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen unter Platzmangel leidet, fand die feierliche Eröffnung im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln im EL-DE-Haus statt.

Verfasst am 18. Dezember 2017

Karin Richert hat über zehn Jahre die nordrhein-westfälische rechte Szene fotografisch dokumentiert. In der Ausstellung „Im Rechten Licht“ zeigt die Künstlerin Fotographien rechter und neonazistischer Demonstrationen und Kundgebungen, unter anderem aus Köln, Düsseldorf, Duisburg, Bochum, Dortmund, Hamm und Paderborn. Beeindruckend verdeutlichen die ausgestellten Schwarzweißfotos die Diversität der heutigen rechten und rechtsextremen Szenen, von „Populisten“ wie den „Pro Köln“ und „Pro NRW“-Gruppen und der AfD über offen rechtsextreme Gruppen wie „Die Rechte“, die „Republikaner“ und den „Identitären“ bis hin zu Hooligangruppen und „Reichsbürgern“. Die verschiedenen Gruppierungen, ihre Vorgehensweisen und Ziele, werden durch Texttafeln in der Ausstellung kurz erläutert. Die Fotografien der Ausstellung beeindrucken durch die Gleichzeitigkeit fotografischer, künstlerischer Ästhetik und teils erschreckenden Inhalten. Dies zeigte sich in angeregten Diskussionen, die die Besucher der Eröffnung in der Ausstellung führten. Vielen führte die Ausstellung eine oftmals wenig beachtete gesellschaftliche Realität vor Augen, sie stößt damit eine Auseinandersetzung an. In großformatigen Fotografien stellt Karin Richert aber auch immer wieder kreativen und witzigen Protest und Widerstand durch Gegendemonstrationen vor.  Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und soll ab 2018 auch in weiteren Städten zu sehen sein.

Unterstützt wurde die Realisierung der Ausstellung unter anderem von der ibs, der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum Köln. Die 2008 gegründete ibs schlägt die Brücke von der historischen-politischen Arbeit des NS-Dok zu aktuellen politischen Prozessen, rechtsextremen Ideologien und Erscheinungsformen. Die ibs berät verschiedene politische und zivilgesellschaftliche Akteure, gestaltet Lehr- und Seminarangebote und bietet für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Fortbildungen an. Schulworkshops und der mobilen Beratungsstelle für den Regierungsbezirk Köln runden das Angebot der ibs ab.

Beide Ausstellungen sind in der Alten Wache des Kölnischen Stadtmuseum noch bis 25. März 2018 zu sehen. Der Eintrittspreis beträgt 5€.

Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstraße 1–3, 50667 KölnGeöffnet Dienstags 10–20 Uhr, Mittwochs bis Sonntags 10-17 Uhr, Montags geschlossen.

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